Agatha Christie und der geheimnisvolle Mord-Club (BRITPOD CRIME)

Shownotes

Ein abgedunkelter Raum, schwarze Roben, in der Mitte ein Tisch – darauf ein menschlicher Schädel mit leuchtenden Augenhöhlen. Sein Name: „Eric“. Wer hier eintritt, legt einen Eid ab. Kein gewöhnlicher Schwur, sondern ein Versprechen: den Leser niemals zu täuschen. Willkommen im Detection Club. – London, 1930: In der Zwischenkriegszeit entsteht ein exklusiver Zirkel, wie ihn die Literaturwelt noch nie gesehen hat. Agatha Christie, Dorothy L. Sayers, G. K. Chesterton – die größten Namen der britischen Kriminalliteratur kommen zusammen. Ihr Ziel: ein Genre retten, das zunehmend von billigen Tricks lebt. Keine Zufälle, keine versteckten Täter, keine unfairen Wendungen. Der Krimi wird zum intellektuellen Duell zwischen Autor und Leser – logisch, präzise, kompromisslos.

In dieser Folge BRITPOD CRIME tauchen Alexander-Klaus Stecher und Claus Beling ein in die Welt dieses geheimnisvollen Clubs. Gegründet aus einem Dinner unter Autoren, entwickelt sich der Detection Club schnell zur Elite der „Golden Age“-Kriminalliteratur. Mitglied wird nur, wer eingeladen wird und wer beweist, dass er die Regeln des „Fair Play“ beherrscht. Die Aufnahmerituale wirken wie aus einem düsteren Roman: Der Kandidat legt die Hand auf den Schädel, schwört, niemals mit Zufällen, Tricks oder verborgenen Hinweisen zu arbeiten – ein Kodex, der die Qualität des Genres sichern soll.

Doch der Detection Club bleibt nicht bei der Fiktion. Seine Mitglieder verfolgen reale Verbrechen mit derselben Akribie wie ihre Romane, analysieren sie mit der Logik erfahrener Ermittler und bringen diese Expertise in die öffentliche Debatte ein. Ein Fall wird dabei legendär: der Mord an Julia Wallace in Liverpool. Ein scheinbar perfektes Verbrechen, ein Ehemann mit Alibi, eine Polizei, die sich festlegt – und ein Zeitablauf, der kaum möglich erscheint.

Die Autoren analysieren den Fall wie ein Puzzle: Fahrpläne, Blutspuren, Bewegungsabläufe. Sie zerlegen die Theorie der Ermittler und stellen zentrale Fragen: Kann ein Mord in wenigen Minuten begangen werden, ohne Spuren zu hinterlassen? Ist das präsentierte Szenario realistisch oder reine Konstruktion? Für sie ist klar: Die offizielle Version hält der Logik nicht stand.

Ihre Analysen bleiben nicht ohne Wirkung. Der verurteilte William Herbert Wallace wird freigesprochen – auch, weil sich die öffentliche Wahrnehmung durch diese ungewöhnliche „Ermittlergruppe“ verschiebt. Doch trotz aller Scharfsinnigkeit bleibt ein entscheidender Punkt ungelöst: Der wahre Täter wird nie eindeutig überführt. Agatha Christie bringt es später auf den Punkt: „Nichts, was man erfinden kann, ist so spannend wie die Realität.“

WhatsApp: Du kannst Alexander und Claus direkt auf ihre Handys Nachrichten schicken! Welche Ecke Englands sollten die beiden mal besuchen? Zu welchen Themen wünschst Du Dir mehr Folgen? Warst Du schon mal in Great Britain und magst ein paar Fotos mit Claus und Alexander teilen? Probiere es gleich aus: +49 8152 989770 - einfach diese Nummer einspeichern und schon kannst Du BRITPOD per WhatsApp erreichen. BRITPOD – England at its best.

Ein ALL EARS ON YOU Original Podcast.

Quellen: Youtube: "Shedunnit" Youtube: "Juniverse"

Transkript anzeigen

00:00:06:

00:00:10: He said the conclusion to which we have arrived is that case against the appellant was not proved with certainty,

00:00:22: Die meisten von uns wissen ja schon eine Menge über Agatha Christi, die große Königin des Verbrechens.

00:00:28: Aber nur wenige kennen den geheimnisvollen Londoner Mordklub dem sie angehörte.

00:00:34: Ja das war auch Absicht!

00:00:35: Wir reden über die Zeit in England, in der das Morden noch eine Frage des guten Tons war – zumindest auf dem Papier – über die zwanziger und dreißiger Jahre.

00:00:44: Es geht um Agatha Christie und den exklusivsten Zirkel, den die Literaturwelt jemals gesehen hat.

00:00:50: Den Detection Club!

00:00:52: Man stellt sich das ja so vor ein verrauchter Londoner Klub, schwere Ledersessel... Ein Glas Sherry in der Hand?

00:00:59: Nein!

00:01:00: Der Detection-Club war alles anders als das er war.

00:01:03: Ein Geheimbund von Großbritanniens erfolgreichsten Krimiautoren.

00:01:07: Gegründet

00:01:07: wurde der Detaction Club im Frühjahr, neunzehnt hundertdreißig.

00:01:11: In ihm kamen die Crème de la crème Kriminalliteratur zusammen, begonnen hat alles damit dass der Schriftsteller Anthony Barclay bedauerte sich nie mit Krimi-Kollegen austauschen zu können und deshalb lud er ein paar von ihnen zu einem exklusiven Dinner ein.

00:01:28: Dazu gehörten die damals schon berühmte Autorin Doris Yelseas, AutorInn der Lord Peter Wimsy Romane, G. Kate Chesterton der Erfinder vom Pater Braun, Ronald Knox Und natürlich Agatha Christie.

00:01:41: Die Diskussionsabende gefielen allen sehr, deshalb schlug Gastgeber Backel vor, dass man doch einen ebenso exklusiven Club gründen könnte, indem er sich regelmäßig unter Bestsellerautoren traf, sich über Krimi-nologisches austauschte und bis in die Nacht hinein diskutieren und reden konnte – also nahmern die Sache in Angriff.

00:02:00: Caroline Crempton und der jetzige Präsident des Detection Clubs Martin Edwards erzählen uns was dann geschah!

00:02:14: Anfang nineteenhundertdreißig bat Barclay kurz verdissen Tod a la Connendoyle, der erste Präsident zu werden.

00:02:21: Doyl musste ablehnen – also fragte Barclays GK Chesterton, der Zusagte und so der erste President wurde.

00:02:32: Nun

00:02:32: mit einer Präsidenten lud BarclAY befreundete Autoren als Gründungsmitglieder ein.

00:02:37: Er war streng!

00:02:52: Es sollten Autoren sein, die mindestens zwei Kriminalromane von hohem Kaliber geschrieben hatten.

00:02:57: Von den Gründungsmitgliedern wurden sie mit geheimen Stimmzetteln gewählt.

00:03:01: Thriller-Autoren waren nicht erwünscht.

00:03:03: Der Standard der Detektivbücher sollte erhöht

00:03:05: werden.".

00:03:06: In

00:03:06: der Praxis, natürlich, waren viele von den

00:03:09: jüngeren Mitgliedern, die Barclay zu wissen hatte, während diesen jetzigen Diensten.

00:03:14: Dorothy El Sayers war sehr konzentriert in der Initialorganisation und wurde... Die

00:03:19: meisten kannte Barclays von den ersten Diennens.

00:03:21: Dorothy Elsayers war besonders eifrig dabei, grüßen wie Margaret Cole mit Ehemann George Howard, Agatha Christie, Clement Stain, Robert Justus.

00:03:32: By the time you got to the club

00:03:34: in nineteen thirty-two, twenty eight members had been elected.

00:03:44: Der Klub galt bald als reputiert.

00:03:49: Er wurde stärke und stärker.

00:03:58: Tatsächlich war das Außergewöhnlichste an diesem Club sein strenges Regelwerk, Niemand durfte davon erfahren, dabei spielte Agatha Christie mit ihrer berühmten Fantasie wieder mal eine besondere Rolle.

00:04:10: Und

00:04:10: wurde sie später nicht sogar selbst Präsidentin des Clubs?

00:04:13: Ganz genau!

00:04:13: Von nineteenhundertsundfünfzig bis zu ihrem Tod, neunzehnhundertsechsen-Siebzig.

00:04:18: aber das Interessante man konnte nicht einfach beitreten.

00:04:21: Man musste eingeladen werden und die Aufnahmeriduale waren fast schon okkult.

00:04:29: Ja, die Zeremonie fand meist in einem abgedunkelten Raum statt.

00:04:33: Sie wurde geleitet von Dorsey L. Sayers.

00:04:37: Die bestehenden Mitglieder trugen dann schwarze akademische Roben und in der Mitte des Raumes stand ein Tisch, der mit einer scharlachrotem Decke überzogen war.

00:04:46: Auf diesen Tisch drohnte Eric einen echter menschlicher Totenschädel.

00:04:50: Eric war das inoffizielle Maskottchen des Clubs.

00:04:53: Damit er noch schauriger wirkte, waren in seine Augenhöhlen rote Glühbirnen eingebaut.

00:04:58: Die per Batterie betrieben wurden oder im entscheidenden Moment aufleuchteten.

00:05:03: Der

00:05:03: Anwärter wurde dann in den Raum geführt während die Mitglieder an einem feierlichen Thronfall den Namen des Kandidaten ausriefen.

00:05:12: Doch bevor der Schuhr geleistet wurde musste der Kandidat auch beweisen dass er ein würdige Autor war.

00:05:17: So wurde er gefragt Ist es dein Wille, die Ehre dieses Club zu wahren und niemals die heiligen Regeln des Fair Play zu verletzen?

00:05:25: Der Kandidat musste seine Hand auf den Schädel von Eric legen.

00:05:28: Und den Eid nachsprechen!

00:05:30: Dieser enthielt Sätze wie Ich schwöre dass meine Detektive niemals durch göttliche Offenbarung weibliche Intuition schwindel Geisterbeschwörung oder durch Zufall zur Lösung des Falles gelangen werden.

00:05:44: Und weiter Ich verspreche niemals die Spur eines Beweistücks vor dem Leser zu verbergen.

00:05:50: Ich schwöre, dass ich niemals Mitleid mit meinen Charakteren haben werde – egal wie sympathisch sie sind!

00:05:56: Wenn Sie morden, müssen Sie

00:05:58: hängen.".

00:05:58: Zum Abschluss wurde der neue Kollege gewarnt.

00:06:01: Sollte er jemals gegen diesen Eid verstoßen?

00:06:04: Sagen wir mal zum Beispiel durch den Einsatz von unbekannten Giften oder geheimen Zwillingen, die plötzlich im Buch auftauchen würde seine schriftstellerische Karriere verflucht sein.

00:06:16: Die Legende besagt, dass man ihm drohte er würde mit einer stumpfen Axt hingerichtet werden.

00:06:22: heu je.

00:06:23: Das klingt natürlich alle schaurig aber hinter dem ganzen Theater steckte ein ernster Kern.

00:06:28: In der sogenannten goldenen Ära des Krimis gab es viele Autoren, die schummelten um ihre Geschichten spannend zu machen.

00:06:35: Also zum Beispiel ab Schluss einen Mörder aus der Tasche zogen, der vorher im Buch noch gar nicht vorgekommen war.

00:06:42: Der Detection Club wollte das Genre so eine Art intellektuellem Duell zwischen Autor und Leser machen.

00:06:48: Irgendwann war der Klub dann doch der Öffentlichkeit bekannt und so wurde auch die BBC darauf aufmerksam.

00:06:58: In den fuhlen Jahren wurde ein halbes Dutzend der Autoren, darunter Agatha Christie von der BBC gebeten gemeinsam eine spannende Radioserie zu schreiben und auch zu lesen.

00:07:09: Sie hieß behind the screen und wurde ein großer Erfolg.

00:07:24: Also schrieben sie eine zweite Serie namens Scoop, ein guter Krimi mit Millionen Hörern.

00:07:29: Doris Hussiers führte die Sache

00:07:44: an!

00:07:48: Leser

00:07:49: und Hörer liebten diese Kooperation von Schriftstellern, eine gute Werbung für den Club und die Autoren.

00:07:55: Jetzt wollte der Detection Club die Sache selber machen!

00:08:06: Man verzichtete auf die BBC und produzierte den nächsten gemeinschaftlichen Roman selbst, Titel The Floating Admiral.

00:08:14: Dreizehn Autoren schrieben jeder ein Kapitel.

00:08:16: Anthony Barkley schrieb das Schlusskapitel.

00:08:30: Es

00:08:30: gab noch einen Grund für diesen Roman, außer dem künstlerischen Geld.

00:08:34: Der Club brauchte einen eigenen Raum.

00:08:36: Die Einnahmen – auch vom Folge-Roman Ask a Polismen – ermöglichten zwei Räume in der Gerhardt Street, einunddreißig im Soho mitten im Vergnügungsviertel.

00:08:52: Man traf sich, besuchte zusammen Barsen Restaurants, saß da noch auf einem Nightcap im Clubraum und diskutierte über Mordmethoden.

00:09:02: Ein Jammerklaus!

00:09:03: Dass es diese Radiokrimis in denen man die Stimmen dieser Autoren hören konnte nicht mehr gibt, findest du nicht auch?

00:09:09: Ja aber damals wurde ja alles nur live produziert.

00:09:12: Eine technische Aufzeichnung gab es fast nie.

00:09:14: Und was

00:09:15: hatten nun Agatha Christie und Co wohl abends bei einem letzten Gläschen so alles zu berieden?

00:09:21: Da wären wir noch gerne Mäuschen gewesen, oder?

00:09:23: Ja

00:09:23: vieles weiß man ja.

00:09:24: Was es zu besprechen gab hatte meist einen ernsten Hintergrund.

00:09:28: Denn alle diese Krimiautoren verfolgten die echten Mordfälle in Großbritannien mit großem Interesse.

00:09:34: Besonders Agatha Christie lebte es ihre Romane an wahre Verbrechen anzulehnen.

00:09:39: wie wir hier auch schon öfter berichtet haben

00:09:41: So fungierten sie und der Detection Club oft als eine Art moralische Instanz- oder private Ermittlungsdienst für Kriminalfälle bei denen Sie glaubten, dass die Polizei die psychologische Komponente übersehen hatte.

00:09:55: Sie lösten Fälle nicht im Sinne eine Verhaftung aber sie prägten durch ihre Analysen oft die öffentliche Wahrnehmung und juristischen Debatten in England.

00:10:04: Ein berühmter Fall, indem wir Mitglieder des Detection Clubs tätig wurden war der geheimnisvolle Mordfall William Herbert Wallace.

00:10:12: Er fand den Liverpool statt.

00:10:14: Besonders Agatha Christie, aber auch Doris Isayas waren von diesen Verbrechen total fasziniert.

00:10:21: Man nannte ihn später den Schachspielermord.

00:10:23: William Wallace, der lange in Indien gelebt hatte, war ein gut verdienender Versicherungsvertreter.

00:10:28: Seine Guteausdiener Frau Julia trat als Pianistin auf – sie hatten keine Kinder!

00:10:55: Das Geheimnis begann am zehnten Januar, und es war ein grauer regnerischer Tag.

00:11:01: Im Cottle City Club kam Samuel Beattie um achtzehn Uhr für das Schachturnier an.

00:11:07: Er kam immer früher um zu sehen dass alles vorbereitet war.

00:11:29: Zwischen

00:11:29: der Tür und dem öffentlichen Telefon hingen ein Board für Informationen.

00:11:33: Beaty bereitete die Tische vor, sprach mit der Tea-Lady Gladys Harley.

00:11:38: Um neunzehn Uhr zwanzig klingelte das Telefon, und Gladys ging ran.

00:11:42: Die Vermittlung landete den Nummer.

00:11:44: Sie wurde zu einem Mann durchgestellt.

00:11:45: Sie fragte nach Mr.

00:11:46: Wallace, sie legte den Hörer ab und fragte Beattie.

00:11:50: Er sagte ja er wird ein Turnier spielen ist aber noch nicht hier.

00:11:54: Also sprach Beatties selbst mit dem Mann und sagte ihm das Wallace nicht immer zu den Turnieren kamen weil er seine Frau nicht allein lassen wollte.

00:12:03: Sie fragte

00:12:04: Mr.

00:12:05: Beattie,

00:12:05: ob Herr Wallis da war, denn es gab einen Telefonkauf für ihn.

00:12:19: Er sah sich alles um und fragte, dass er ein Match zu spielen war, aber nicht noch da war und wusste nicht, ob er aufruft wäre.

00:12:29: Beatie decidee, dass man besser mit einem Person auf dem Telefon sprechen kann, um eine Message zu nehmen.

00:12:35: Beatie informierte den Mann, dass Wallis noch nicht da war ... und wussten nicht, wenn er aufgerufen würde.

00:12:41: apparently William was prone to not always showing up, telling his friend of eight years Mr.

00:12:47: Beatty that he didn't like leave his wife alone at night and he hadn´t been in the chess club since before Christmas.

00:12:55: He advised a man ring back later.

00:12:59: Der

00:13:02: Mann antwortete, später könne er leider nicht anrufen, weil seine Tochter ihren einundzwanzigsten Geburtstag feiere.

00:13:09: Für sie wolle er eine Versicherung beim Mr.

00:13:12: Wallace abschließen – nur bei Mr.

00:13:13: Wallis.

00:13:18: Er sagte «Wolles soll morgen Abend um neunzehn Uhr dreißig zu mir nach Hause kommen.».

00:13:23: Biet die Versprache sie ihm zu sagen, falls wolle es gäme.

00:13:26: Der Mann fügt ihn zu, er heisse Quoldrow.

00:13:30: Adresse?

00:13:44: Tatsächlich kam William Bolles etwas später.

00:13:46: Er wusste, das Turnier sollte um neunzehn Uhr fünfundvierzig beginnen.

00:13:50: ein Freund fragte ihn ob er spielen wolle doch Wolles antwortete nein seine Frau sei mit einer Erkältung zu Hause und er sei auch krank.

00:14:03: Was dann kommt klingt wie ein Drehbuch Wallace verlässt am nächsten Abend sein Haus gegen um acht zu fünf Uhr.

00:14:10: Er will diesen Mr.

00:14:11: Jösen, Mr.

00:14:12: Crawlthrough treffen.

00:14:13: Er benutzt drei verschiedene Straßenbahnen, fragt Schaffner, Passanten und sogar einen Polizisten nach dem Weg zu twenty-five Man Love Gardens East.

00:14:24: Doch diese Adresse gibt es gar nicht!

00:14:26: Es gibt Men Love Gardens West, North und South aber nicht East.

00:14:30: Also kehrt Wallace wieder unverrichteter Dinge nach Hause zurück.

00:14:34: Er hat also eine ganze Armee von Zeugen für seine Abwesenheit geschaffen?

00:14:38: Genau, das ist entweder des Verhalten eines völlig verlorenen biederen Mannes oder das eines eiskalten Genies, dass sich ein wasserdichtes Alibi konstruiert hat.

00:14:48: Während er kilometerweit entfernt in der Kälte sucht wird seine Frau Julia im verschlossenen Haus mit elf Schlägen auf den Kopf brutal ermordet.

00:14:58: Ja und hier kommt das Problem der Polizei, um zwanzig auf fünfundvierzig kehrt er zurück!

00:15:04: Er bittet die Nachbarn um Hilfe weil er nicht mehr in sein Haus kommt.

00:15:07: Sie gehen gemeinsam rein und finden die Leiche.

00:15:10: Die Polizei sagt, er hat sie vor achtzehn oder fünfund vierzig angeblich getötet.

00:15:15: Doch ein Milchausfahrer hatte Julia Wolles noch im achtzender dreißig lebend gesehen.

00:15:20: Das ließ Wolle exakt fünfzehn Minuten Zeit.

00:15:23: In fünfzehn Minuten musste er sie töten, des Blutabwaschen – es war ein wahres Blutbad!

00:15:28: sich umziehen die Tatwaffe verschwindelassen und völlig ruhig zur Straßenbahn gehen.

00:15:33: Unmöglich

00:15:34: selbst für einen Profikiller.

00:15:36: Die Polizei tabte weiter im Dunkeln.

00:15:38: auch der Detection-Klapser.

00:15:40: in diesem Fall eine besondere Herausforderung.

00:15:42: Immer wieder saßen die meisterhaften Autoren zusammen und durchdachten die Details.

00:15:47: Schließlich waren sie alle Experten für Logik.

00:15:50: Eine der Theorien der Anklage war die Idee mit dem Regenmantel und der Julius Leiche lag ein Regen-Mantel von Wallace, die Polizei behauptete er habe den Mord nackt begangen nur mit diesem Regenmandel bekleidet um keine Blutspritze auf seine Kleidung zu bekommen.

00:16:05: danach hätte er dem Mantel einfach unter sie geschoben.

00:16:08: Das klingt nach einem Plot den Agatha Christie als zu weit hergeholt abgelehnt hätte.

00:16:13: Ein hagerer, kränklicher Versicherungsvertreter in den Fünfzigern.

00:16:17: Der nackt im Regenmandel seine Frau erschlagen und dann Seelen ruhig Schach gespielt haben soll?

00:16:23: Die Mitglieder des Detection Clubs stellten ein paar zentrale Fragen, die sie wie ein Kreuzvordrätsel behandelten.

00:16:29: erstens das Zeitdilämmer.

00:16:31: Sie rekonstruierten knallhart den Fahrplan.

00:16:34: Agatha Christie und Dorsey Elceas waren besessen davon.

00:16:39: In fünfzehn Minuten einen Mord begehen, sich säubern und eine Straßenbahn erreichen.

00:16:45: Sie ließen Mitglieder die Strecke in Liverpool oder London gedanklich und physisch nachstellen und das Ergebnis nahezu unmöglich.

00:16:53: Thema zwei – Das nackte Mörder-Szenario.

00:16:57: Der Klub spielte auch dieses Szenario durch.

00:17:00: Wie viel Boot spritzt bei elf Schlägen mit einer Eisenstange?

00:17:03: Die Autoren, die sich mit Forensik bestens auskannten, argumentierten dass selbst unter einem Regenmantel Blut an die Schuhe, die Socken oder das Gesicht hätte gelangen müssen.

00:17:13: Da woll es bei der Straßenbahnfahrt absolut sauber und ruhig wirkte, hielten sie die Theorie der Anklage für Zitat schlechte Fiktion.

00:17:22: Frage drei – wer ist dieser Qual-Through?

00:17:25: Hier gingen Agatha Christie und Covey Profiler vor.

00:17:28: Sie fragten, wer wusste das Wallace an diesem Abend im Schachclub sein würde?

00:17:34: Sie sammelden Informationen über das Umfeld und stießen dabei auf Richard Perry einen ehemaligen Arbeitskollegen von Wallace.

00:17:41: Sie fanden heraus dass Perry ein Motiv hatte.

00:17:44: Perry

00:17:50: wurde daraufhin entlassen.

00:17:52: Er hatte also einen massiven Rollgegenwolles und, was für die Krimiaudoren entscheidend war, er besaß den nötigen Charakter für so ein kaltblütiges

00:18:02: Täuschungsmanöver.".

00:18:03: Heute wissen wir!

00:18:05: Jahre nach dem Mord gab ein Mechaniker einer Autowerkstatt zu Protokoll das Perry an jenem Abend bei ihm war um seinen Wagen zu waschen.

00:18:14: Der Mechaniker bemerkte einen blutigen Handschuh im Auto.

00:18:16: Perry soll ihn weggewischt und gesagt haben, wenn die Polizei davon erfährt bin ich erledigt.

00:18:22: Wahnsinn

00:18:22: oder?

00:18:23: Warum hat die Polizei in der nicht verhaftet?

00:18:25: Weil sie einen Tunnelblick hatte!

00:18:27: Sie hatten sich auf den Ehemann eingeschossen.

00:18:30: Wallace wirkte verdächtig weil es so ruhig war.

00:18:32: Perry wirkte unverdächtlich weil er so kooperativ und lebhaft aktiv war.

00:18:38: Der Mittler hielten Perry für einen netten Jungen aus gutem Hause, während sie in Wallace den berechnenden Schachspieler sahen.

00:18:44: Also hatten die Intelligentmitglieder des Detection Clubs tatsächlich die richtigen Schlüsse gezogen?

00:18:50: Pja!

00:18:51: Dennoch wurde William Herbert Wallace in der ersten Instanz für schuldig befunden und zum Tode verurteilt.

00:18:57: Aber jetzt wurden die Clubmitglieder erst recht aktiv.

00:19:00: Sie wollten dieses Urteil kippen und nutzten ihre

00:19:03: Prominenz.".

00:19:04: Doris Hissayer, Sagata Christie oder anderen schrieben Artikel für Zeitung wie den Daily Herald und den Evening Standard.

00:19:11: Sie erklärten der Öffentlichkeit warum die Logik der Polizei fehlerhaft war – und sie waren erfolgreich!

00:19:17: Obwohl sie keine offizielle juristische Rolle hatten beeinflussten ihre Analysen die Stimmung so sehr dass der Fall vor ein neugeschaffendes Berufungsgericht kam.

00:19:28: Am achtzehnten

00:19:41: Mai begann der Berufungsprozess.

00:19:43: Der Gerichtssaal war voller Menschen.

00:19:45: Berufungsrichter waren Lord Hewitt, Richter Branson und Richter Oliver die für Wolles sprachen und Edward Hammer für die Krone.

00:19:53: Die Reden dauerten zwei Tage.

00:19:55: Lord Chief Richter Hewett sprach ausgezeichnet.

00:19:58: Er stellte fest, die Anschuldigungen gegen den Angeklagten sei nicht bewiesen.

00:20:03: Deshalb sei die Anfechtung akzeptiert.

00:20:07: William Wallace wurde entlassen.

00:20:10: Nach all dem Hass, den es gegen ihn gab, kehrte er in das Haus zurück, dass er mit seiner Frau geteilt hatte und entschied wegzuziehen.

00:20:31: Was

00:20:33: für ein spektakulärer Fall!

00:20:35: Und für die Autoren ein grandioser Erfolg ihrer intellektuellen Fähigkeiten und ihres Gerechtigkeitssinn.

00:20:42: Aber ein Stachel blieb in ihrem Fleisch!

00:20:45: Sie hatten zwar geholfen, Wallace vor dem Galgen zu bewahren aber sie konnten den wahren Mörder nie hinter Gitta bringen.

00:20:51: Literarisch aber verarbeiteten viele von ihnen genau diesen Fall später noch einmal in ihren Krimis auf.

00:20:57: Agatha Christie hat all das in einem perfekten Satz zusammengefasst.

00:21:01: In ihre Autobiografie schrieb sie... ich glaube nicht dass irgendetwas, das man erfinden kann so spannend ist wie die Realität.

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