Ans andere Ende der Welt verbannt: Warum Großbritannien Straftäter nach Australien schickte
Shownotes
London, 1789. Im Old Bailey sitzt ein Mädchen auf der Anklagebank, gerade einmal elf Jahre alt. Mary Wade hat gemeinsam mit einer Freundin einem anderen Kind ein Kleid gestohlen. Das Urteil: Tod durch den Strang. Mary entgeht dem Galgen, wird stattdessen deportiert und auf eine monatelange Reise ans andere Ende der Welt geschickt: nach Australien.
In dieser Folge BRITPOD - England at its best erzählen Alexander-Klaus Stecher und Claus Beling eines der dunkelsten Kapitel der britischen Geschichte. Zwischen 1788 und 1868 deportierte Großbritannien rund 160.000 Sträflinge nach Australien. Die Gefängnisse in England waren überfüllt, Amerika nahm nach seiner Unabhängigkeit keine britischen Gefangenen mehr auf und so wurde aus Strafvollzug zunehmend Kolonialpolitik. Für die Deportierten bedeutete das monatelange Überfahrten, Hunger, Zwangsarbeit und harte Strafen. Gleichzeitig entstand aus der Strafkolonie nach und nach eine neue Gesellschaft. Für die indigene Bevölkerung Australiens begann mit der britischen Besiedlung dagegen eine Geschichte von Enteignung, Krankheiten und Gewalt, deren Folgen bis heute nachwirken.
Auch Mary Wade überlebt die Deportation, wird später eine freie Frau und gründet in Australien eine riesige Familie. Sie bekommt 21 Kinder. Als sie 1859 stirbt, hat sie bereits mehr als 300 Nachkommen. Heute zählen Zehntausende Menschen zu ihrer Familie. Einer von ihnen ist Kevin Rudd, der viele Generationen später selbst Premierminister Australiens wurde.
WhatsApp: Du kannst Alexander und Claus direkt auf ihre Handys Nachrichten schicken! Welche Ecke Englands sollten die beiden mal besuchen? Zu welchen Themen wünschst Du Dir mehr Folgen? Warst Du schon mal in Great Britain und magst ein paar Fotos mit Claus und Alexander teilen? Probiere es gleich aus: +49 8152 989770 - einfach diese Nummer einspeichern und schon kannst Du BRITPOD per WhatsApp erreichen. BRITPOD – England at its best.
Ein ALL EARS ON YOU Original Podcast.
Quellen (YouTube):
- Lost british cities
- The eternal women and stardom obituary
Transkript anzeigen
00:00:04: London, Januar, siebzehnhundertneunundachtzig.
00:00:08: Der Gerichtsaal des Old Bailey auf der Anklagebank.
00:00:12: ein Mädchen, Mary White vielleicht elf Jahre alt.
00:00:16: Was
00:00:16: sie getan hat klingt heute fast harmlos.
00:00:19: Sie und eine Freundin haben einem jüngeren Mädchen auf der Straße das Kleid abgenommen Und es verkauft
00:00:25: Ein Kinderkleid wohl gemerkt?
00:00:27: Der Richter verurteilt sich tatsächlich zum Tod durch den Strang.
00:00:31: Mein
00:00:31: Gott ja
00:00:32: Muss man sich vorstellen, das war damals gar kein Ausreißer.
00:00:36: Das englische Recht kannte damals über zweihundert Vergehen auf die die Todesstrafe stand.
00:00:42: Man nennt es heute den Bloody Code.
00:00:44: Mary hat trotzdem Glück, wenn man das so nennen will.
00:00:46: als König George
00:00:48: III.,
00:00:48: von seiner Krankheitsfrisch genesen ist werden viele Todesurteile umgewandelt auch das Irige nämlich in Deportation also Verschickung nach
00:00:58: Botany Bay.
00:01:00: Und ich bin sicher, die arme Mary hatte keine Ahnung wo das überhaupt liegt.
00:01:05: Wahrscheinlich wusste dass im ganzen Saal kaum jemand ein Name auf einer Karte am anderen fast unbekannten Ende der Welt.
00:01:14: England at its best!
00:01:17: Der große Britpott
00:01:19: mit Alexander Claustecher und
00:01:21: Klaus Speiling.
00:01:26: Wieder herzlich willkommen zum Breadpot.
00:01:28: Heute geht es um eines der grausamsten Kapitel der britischen Geschichte.
00:01:33: Rund
00:01:33: einhundertsechzig tausend Menschen hat England zwischen siebzehn und achtundachtzig nach Australien geschickt, oft für ganze Kleinigkeiten!
00:01:44: Und wir fragen uns wie kam es dazu?
00:01:46: Was hat das aus Australien gemacht?
00:01:48: Was aus der kleinen Mary-Wade wurde verraten wir ganz am Ende.
00:01:55: Aber Alex Wenn man verstehen will, warum England so etwas getan hat muss man sich wieder einmal das London dieser Zeit vorstellen.
00:02:03: Die Städte platzen aus allen Nähten die Armut wächst und mit ihr die Kleinkriminalität.
00:02:12: Wobei man sagen muss, Gefängnis-Strafen im heutigen Sinne waren gar nicht die Regel.
00:02:16: Man hat gehängt, gepeitscht oder einfach abgeschoben.
00:02:19: Abgeschoben
00:02:20: vor allem nach Amerika!
00:02:21: Über Jahrzehnte gingen die Verurteilten auf die Plantagen in Virginia und Maryland.
00:02:27: Schätzungen zufolge rund fünfzigtausend Menschen.
00:02:30: Bis siebzehntelundsechsundsech, die Amerikaner ihre Unabhängigkeit erklärten.
00:02:35: Die hatten verständlicherweise keine Lust mehr Englans Sträflinge aufzunehmen.
00:02:39: Also stand Lonon plötzlich mit tausenden Gefangenen da und wusste nicht wohin, die Notlösung waren die Halks!
00:02:47: Ausgemusterte
00:02:47: Kriegsschiffe auf der Themse ohne Mastern als schwimmende Gefängnisse gedacht als Übergang für ein zwei Jahre Ja,
00:02:55: und wie das mit britischen Übergangslösungen so ist Alex?
00:03:09: Und dann erinnert man sich an James Cook.
00:03:12: Der war in der Ostküste Australiens gelandet.
00:03:16: In einer Bucht, die er wegen der vielen unbekannten Pflanzen Butterney Bay nannte.
00:03:21: Sein Botaniker Joseph Banks hat später vor einem Parlamentsausschuss richtig Werbung für diesen Ort gemacht.
00:03:27: Fruchtbar, mildes Klima, wenig Widerstand zu erwarten.
00:03:31: Wobei
00:03:31: Banks dort nur ein paar Tage gewesen war.
00:03:33: aber die Regierung um Innenminister Lord Sydney griff zu.
00:03:37: Für sie hatte die Idee nämlich gleich drei Vorteile.
00:03:41: ersten Zweitens die Abschreckung.
00:03:42: Wer will denn schon ans Ende der Welt?
00:03:44: Zweitends die Kosten!
00:03:46: Wer einmal dort ist, kommt auch nicht mehr zurück.
00:03:48: Und drittens – das wird gern vergessen – Strategie.
00:03:52: Man sicherte sich einen Stützpunkt im Pazifik bevor die Franzosen auf dieselbe Idee kamen.
00:03:57: Straffollzug
00:03:58: als Kolonialpolitik.
00:04:00: Zweifeligen also mit einer Klappe
00:04:02: Oder in diesem Fall mit elf Schiffen.
00:04:09: Elf Schiffe legen ab, an Bord rund tausend vierhundert Menschen davon gut siebenundfünfzig Sträflinge.
00:04:15: Das Kommando hat Captain Arthur Philipp der erste Gouverneur der neuen Kolonie Australien.
00:04:21: Was mich an dieser Reise immer am meisten beeindruckt ist die Dauer.
00:04:25: Man muss sich vorstellen was das für lange Fahrten waren über Tenerife Rio de Janeiro und Kapstadt.
00:04:31: Gut acht Monate auf See.
00:04:33: Als eine Transportstrecke bereit war und ein Geburtstag frei kamen, waren die Konviks auf den Hulken weg, stammten sie aus einer Seego-Vessel und nahmen sie in einen Halt zu Beginn eines Fahrzeugs von ca.
00:04:44: fifteen thousand Miles bis an einem Stadion, wo fast kein Europäer hat gesehen.
00:04:49: Die Distanz allein ist schwer zu nehmen.
00:04:52: Sobald der Transport bereit war, wurden die Sträflinge zum Schiff gerudert und für fünfzehntausend Meilen in den Laderon verfrachtet.
00:04:59: Das Ganze für acht Monate durch teils unbekannte Gewässer.
00:05:03: Dennoch hatte die erste Flotte, die über Fahrt noch erstaunlich gut überstanden, weil Commander Phillip für gute Ernährung sorgte.
00:05:11: Sein Commander, Arthur Philip, war ein vorsichtigender Mann, der für leichte Russen und frische Wasser fought.
00:05:21: Als sie in Januar, Seventeenhundert achten, achtzig im Buttony Bay ankamen, fanden sie einen schlechten Platz vor und segelten nach Norden wo es frisches Wasser gab.
00:05:36: Unter Deck kaum Tageslicht wenig Luft viele der gefangenen Inketten dazu Seekrankheit Ruhr Ratten.
00:05:43: ein Wunder das so viele das überhaupt überlebt hatten.
00:05:46: Ganz anders, zwei Jahre später bei der zweiten Flotte.
00:05:49: Da kam etwa ein Viertel der Sträflinge nicht lebend an!
00:05:53: Weil
00:05:53: die Räder pro Kopf bezahlt wurden?
00:05:55: Egal ob die Menschen lebend oder tot ankamen ... Man hat am Essen gespart, wo es nur ging.
00:06:01: Ein Geschäftsmodell mit tödlichen Anreizen.
00:06:03: Zurück zur ersten Flotte, also im Januar, siebzehnhundert achtundachtzig erreichte sie dann Boatanny Bay und Joseph Banks Paradies entpuppt sich zunächst als ...
00:06:14: Als Reihenfall Sumpfig, flach.
00:06:16: Kaum Süßwasser!
00:06:17: Philipp segelt deshalb ein Stück nach Norden und findet einen der schönsten Naturhefen in der Welt.
00:06:23: Pja... Und das war Sydney Cove.
00:06:25: Am XXS.
00:06:26: Januar wird dort die britische Flagge gehisst.
00:06:28: heute ist es der Australia Day und darüber reden wir gleich noch.
00:06:35: Der Kaplan der Kolonie Richard Johnson beschreibt die Zustände an Bord.
00:06:39: so Viele Überlebende konnten nicht mehr laufen.
00:06:42: Sie wurden mit Taunen über die Rehlinge hieft, so wie die Mannschaft Fässer hinunterließ.
00:06:47: Auf festem Boden konnten einige nur noch auf Händen und Füßen kriechen und nicht mehr
00:06:52: stehen.".
00:06:56: Dann beginnt erst einmal der Hunger – Die Vorräte an Land reichten für etwa zwei Jahre!
00:07:01: Und die schmolzen dahin….
00:07:02: Das
00:07:03: Problem war ja die Zusammensetzung.
00:07:05: Unter den Sträflingen waren Taschendiebel, Heeler, Fälscher aus London.
00:07:09: Kaum einer konnte einen Acker
00:07:11: bestellen.".
00:07:12: Das Saatgutverdab!
00:07:13: Das viel lief davon.
00:07:14: Der Offizier-Wattkintensch hat später beschrieben wie man Tag für Tag aufs Meer starte und auf ein Versorgungsschiff hoffte.
00:07:22: Im
00:07:22: Juni, siebzehntneinzig kommt dann tatsächlich eins – die Kolonie Jubelt Und
00:07:27: an Bord sind Über zweihundert weitere Sträflänge, alles Frauen und kaum Lebensmittel.
00:07:33: Also noch mehr hungrige Münder!
00:07:34: Das
00:07:35: Schiff hieß Lady Juliana – und an Bord war eine junge Passagierin die wir schon kennen.
00:07:40: Mary
00:07:40: Waits.
00:07:41: Die Lady Juliane hatte übrigens einen ziemlich zweifelhaften Ruf.
00:07:45: später nannte man sie das schwimmende Bordele.
00:07:48: Das war schon sehr, sehr bösartig weil es hier Opfer und Täter verwechselte.
00:07:53: Die Frauen waren den Seeleuten an Bord weitgehend ausgeliefert Und in der Kolonie ging's oft so weiter.
00:07:58: Viele Offiziere seien in Sträblingsfrauen vor allem Dienstmädchen oder Gefährdinnen auf Zeit.
00:08:04: Dabei waren das meist ganz gewöhnliche junge Frauen aus der Unterschicht Dienstmägde näherinnen Verurteilt für gestohlene Kleider ein Stück Stoff Ein paar Silberlöffel.
00:08:15: Und die Alterspanne war enorm, auf der ersten Flotte war die älteste Gefangene Doris D. Handland über achtzig Jahre alt verurteilt wegen MEIN EIZ, so jedenfalls die Überlieferung.
00:08:25: Am anderen Ende steht John Hudson an Schornsteinfeger Junge von etwa neun Jahren.
00:08:30: Er war in ein Haus eingestiegen und hatte Kleidung und eine Pistole mitgenommen.
00:08:34: Neun Jahre?
00:08:35: Wie furchtbar!
00:08:37: Das ist schwer zu ertragen und man muss es... Aus der Zeit heraussehen, Kinder aus der Unterschicht galten als kleine Erwachsene.
00:08:44: Und viele hatten auch in London kein Zuhause!
00:08:46: So zynisches klingt ... Für manche war die Deportation tatsächlich nicht mal der schlechteste Ausweg.
00:08:53: Das
00:08:53: für mich immer der spannendste Punkt der ganzen Geschichte, Australien war Strafe aber auch Chance!
00:08:59: Nimm doch zum Beispiel James Ruse
00:09:02: Ein Bauer aus Cornwall verurteilt wegen Einbruchs
00:09:05: Genau einer der wenigen, die wirklich etwas von Landwirtschaft verstanden.
00:09:09: Man gibt ihm bei Parameter ein Stück Land als Experiment und Rues beweist, dass man sich dort selbst ernähren kann.
00:09:17: Er bekommt in den letzten Jahren die erste Landzuteilung der Kolonie – ein Einbrecher als Gründer Vater der australischen Landwirtschaft!
00:09:26: Aber meine Lieblingsgeschichte ist Mary Rebe.
00:09:29: Die
00:09:29: Pferde-Diebin!
00:09:30: Mit drei Zähnen stielt sie ein Pferd, als Junge verkleidet und wird deportiert.
00:09:35: In Sydney heiratete sie einen Händler.
00:09:37: Als er stirbt, steht sie mit sieben Kindern da.
00:09:40: Und statt aufzugeben übernimmt sie das Geschäft Schiffe Lagerhäuser Immobilien.
00:09:45: Am Ende ist sie eine der reichsten Frauen in der Kolonie.
00:09:48: Heute
00:09:49: ist sie auf dem australischen Zwanzig-Dollar-Schein zu sehen, Eine verurteilte Pferde.
00:09:53: die bin auf dem Geldschein.
00:09:55: Das muss man sich in Englert mal vorstellen
00:09:57: Lieber nicht!
00:09:58: Aber damit wir nichts schön reden Für die meisten war der Alltag sehr brutal Zwangsarbeit im Straßenbau In Steinbrüchen
00:10:05: Und wer nicht spurte Begann die neuen schwänzige Katze zu spüren.
00:10:09: Die Peitsche Oft hundert Hiebe und mehr.
00:10:12: Für Rückfällige gab es Orte wie Norfolk Island oder Port Arthur auf Tasmanien.
00:10:17: Port Arthur kann man heute besichtigen, das ist wirklich bedrückend!
00:10:22: Aber es gab eben auch einen Weg hinaus, nämlich das Ticket of Leaf.
00:10:26: Wer sich gut führte durfte vorzeitig für eigene Rechnung arbeiten und wer seine Strafe abgesessen hatte war frei.
00:10:33: Zurück
00:10:34: nach England konnten sie die wenigsten leisten also blieben Sie uns bauten dieses Land auf.
00:10:39: Wir haben jetzt die ganze Zeit über den Neuankömmling gesprochen aber Alex Das Land war ja nicht leer, als die kamen.
00:10:46: Ganz so
00:10:46: gar nicht!
00:10:47: Rund um Sydney lebten die Eora und auf dem ganzen Kontinent hunderte verschiedene Völker mit eigenen Sprachen seit mindestens sechzig tausend Jahren.
00:10:58: Trotzdem
00:10:58: erklärten die Briten das Land für Herndos Terra Nullius Keine Verträge Keine Verhandlungen.
00:11:04: Das Schlimmste kam dabei gar nicht mit den Gewehren, siebzehnhundertneunundachtzig nämlich bricht unter den Eiora eine Pockenepidemie aus, ganze Familien sterben.
00:11:14: die Briten selbst bleiben weitgehend verschont.
00:11:16: Es gab auch Versuche der Annäherung wenn noch auf sehr sehr britische Art.
00:11:20: Philipp ließ einen Mann namens Benelong gefangen nehmen um Sprach und Kultur kennenzulernen
00:11:26: Und Benelon wurde tatsächlich eine Art Vermittler.
00:11:29: er ist sogar mit Philipp nach England gereist.
00:11:32: Heute erinnert der Bernie-Longpoint an ihn dort, wo das Opernhaus steht.
00:11:37: Es
00:11:37: gab aber auch Widerstand!
00:11:38: Der Krieger Pimmolwui hat sich jahrelang gegen die Siedler gewährt.
00:11:42: Und da es erklärt, warum der XX.
00:11:44: Januar heute so umstritten ist ... Für viele Australier ist es der Nationalfeiertag.
00:11:49: Für
00:11:49: viele Aboriginists dagegen ist es Invasion Day, der Beginn ihrer Enteignung.
00:11:55: Achtzig Jahre lang schickt England seine Sträflinge nach Australien?
00:11:59: Dann ist irgendwann Schluss.
00:12:01: Und für mich gibt es dafür vor allem einen Grund, die Australier, die wollten einfach nicht mehr.
00:12:06: Die freien Siedler genauer gesagt.
00:12:08: Je mehr von ihnen kamen, desto weniger Lust hatten sie in einer Strafkolonie zu leben.
00:12:13: Sie gründeten sogar eine eigene Bewegung dagegen – eine Anti-Transportation League.
00:12:19: Nach New South Wales kommt schon, aus dem Jahr eighteenhundertvierzig das letzte reguläre Sträflingsschiff Und in den letzten Jahren hat die ganze Idee endgültig absurd gemacht.
00:12:41: Die Strafe wird zur Belohnung und in England wuchs parallel die Kritik, Reformer hielten das System für teuer, grausam und auch wirkungslos.
00:12:52: Erreichte Anfang eighteenhundert, achtensechzig West Australien.
00:13:01: Und am Strich rund hundert sechzigtausend Menschen in achtzig Jahren.
00:13:06: und jetzt die spannende Frage wie gehen die Australier mit diesem Erbe eigentlich um?
00:13:11: Lange lange mit Scham, man sprach von Convict Stain dem Sträflingsmartel.
00:13:16: Familien haben ihre Vorfahren regelrecht aus der Familiengeschichte radiert.
00:13:21: Heute ist es genau umgekehrt, ein Sträfling im Stammbaum ist fast so etwas wie ein Adelstitel in Australien.
00:13:28: Das stimmt!
00:13:29: So kann man das sagen.
00:13:30: Schätzungen zufolge stammt etwa jeder fünfte Australier von Sträflängen ab und wer einen Vorfahren auf die ersten Flotte der First Fleet nachweisen kann gehört zum australischen Hochadel.
00:13:43: Aber so ganz vergessen haben sie es dem Briten bis heute natürlich nicht, die heißen in Australien immer noch
00:13:49: Poms.
00:13:49: Und spätestens bei den Ashes beim Cricket merkt man dass da eine alte Rechnung offen ist.
00:13:55: Die Nachfachen der Deportierten schlagen das Mutterland.
00:13:58: Für
00:13:58: ein Australia gibt's wohl kaum etwas schöneres Ja.
00:14:01: aber was wurde denn nun eigentlich aus der elfjährigen Mary Wade Das Mädchen das das Kleid gestohlen hatte?
00:14:07: Wie gesagt, Mary kommt auf eben jenes Schiff Lady Juliana voller weiblicher Sträflinge.
00:14:20: Eine weibliche Gefangene die auf der Juliana angekommen war schrieb nach Hause jeden Tag starben unterwegs zehn oder zwölf Frauen.
00:14:28: es war reiner Mord.
00:14:29: ihre Sätze sind ein seltenes weibliches Dokument der frühen Koloniejahre.
00:14:37: Als Mary Wade im Juni, unter diesen grausamen Umständen in Sydney ankommt, herrscht dort richtig Hunger.
00:14:44: Wie gesagt die Kolonie hat es sehnsüchtig auf ein Versorgungsschiff gewartet.
00:14:48: Für
00:14:48: Mary beginnt ein hartes Leben Zwangsarbeit später Jahre auf der berüchtigten Insel Norfolk Island
00:14:55: Aber sie hält durch!
00:14:56: Sie wird frei Gründet.
00:14:57: eine Familie lässt sich südlich von Sydney nieder
00:15:01: und hat die Bördienste der Zukunft im Land, das noch halbweilig fühlte.
00:15:05: In den vergangenen Jahren hat Mary's Leben in einem enorm offiziellen Weg geändert.
00:15:15: Nach decades of living as property-of the crown
00:15:17: ...
00:15:18: Mary
00:15:18: bekam einen Partner, der zu ihr stand und nicht über ihr.
00:15:21: So konnten sie in diesem halbwählten Land eine Zukunft aufbauen.
00:15:26: Die Urkunde für ihre Freiheit erhielt sie.
00:15:28: Ein einfaches Dokument erklärte, dass Mary Wade ihre Strafe verbüßt hatte.
00:15:33: Nun war sie nicht mehr durch Gewalt an die Kolonie gebunden und zum ersten Mal eine freie Frau.
00:15:39: Mary und Jonathan verließen Sydney, zogen zum Hawkesbury River mit fruchtbarem aber auch hartem Land zum Farmen – Segen- und Fluchzugleich.
00:15:49: Fluten vernichteten die Ernte unters Vieh.
00:15:51: Sie pflanzen Mais und Gemüse, ihre Kinder lernten Früh zu pflanzen und Holz zu fällen um zu
00:15:57: überleben."
00:16:01: Planting Korn, Wiet und Vegetables, slowly carving out a livelihood from the unforgiving Earth.
00:16:07: Their children grew up alongside them learning to plant seeds, chopp wood and help with daily labor that survival required.
00:16:15: Her Children respected her deeply, her grandchildren adored her.
00:16:19: She had lived life longer than most women of her time.
00:16:22: Ihre Kinder und Enkel respektierten und bewunderten sie.
00:16:25: Sie lebte länger als die meisten Frauen ihrer Zeit, am siebzehnten Dezember, eighteenhundertneunfünfzig starb Mary Wade im viernachtzigsten Lebensjahr.
00:16:35: Sie starb in Wallengong umgeben von ihrer Familie.
00:16:38: Das Begräbnis fand in der dortigen St Paul's Church statt, deren Land von einem der Söhne Marys gestiftet worden war.
00:16:45: Als sie starb hatte Mary schon über dreihundert Nachfahren.
00:16:49: Heute sind es Zehntausende.
00:17:01: Und jetzt halte ich fest, Alex, Mary hatte insgesamt einundzwanzig Kinder bekommen!
00:17:06: Unglaublich.
00:17:07: und unter den vielen tausenden Nachfahren die es heute gibt ist auch Kevin Rudd.
00:17:13: Ja genau der Der frühere Premierminister Australiens, der Nachfahrer einer elfjährigen Kleiderdiebin regierte das Land.
00:17:22: England wollte seine Probleme loswerden und hat sie bis ans Ende der Welt geschickt.
00:17:27: Und aus diesen Problemen in Anführungszeichen ist dann eine ganze Nation namens Australien geworden.
00:17:32: Eine sehr traurige Geschichte eigentlich könnte man sagen aber doch auch wieder eine hoffnungsvolle finde ich.
00:17:38: Aus Wildkür wurde für viele viele verzweifelte am ende die Chance auf eine Zukunft.
00:17:44: Tja, auch das beweist der Britpots doch immer wieder.
00:17:47: Die Geschichte Großbritanniens hat noch viele spannende Versetten!
00:17:51: In diesem Sinne euer Alexander Klaus Stecher
00:17:54: und Klaus Beiling.
00:17:55: Bis zum nächsten Mal, bye-bye!
00:17:57: Herzlichen Dank fürs Zuhören und wenn es euch gefallen hat gebt uns gerne ein paar schöne Bewertungssterne oder schreibt einen Review zu unserem Britpot Und wenn ihr Anregungen Ideen oder irgendwelche Themenvorschläge habt schreibt uns auch gerne eine WhatsApp unter der Nummer Neun, acht, neun, sieben, siebend null.
00:18:18: Könnt ihr auch gleich nochmal im Begleittext unseres Podcasts nachlesen?
00:18:21: Am besten speichert ihr diese Nummer wie einen neuen Kontakt zum Beispiel unter dem Namen Britport ab und schon könnt ihr mit uns kommunizieren!
00:18:28: Herzlichen Dank und bis zur nächsten Ausgabe von England Edits Fest der große Britport.
Neuer Kommentar